1996 kam das Rocket eBook, das erste Lesegerät für E-Books, auf den Markt. Obwohl damals bereits viele davon ausgingen, dass es den traditionellen Büchern den Todesstoß versetzen würde, wurde stattdessen die Produktion des Rocket eBook nach kurzer Zeit eingestellt.\r\n\r\nNach einigen ähnlich gescheiterten Versuchen in der Zwischenzeit hat sich nun der Elektronikriese Sony an das Thema gewagt und 2004 das Lesegerät LIBRIE EBR-1000EP auf den japanischen Markt gebracht (für 40.000 Yen = ca. 300 Euro). Diesem Gerät soll der Durchbruch als echte Alternative zumindest für Taschenbücher gelingen, denn:
- es ist genauso leicht und kaum größer als ein (japanisches) Standard-Taschenbuch
- es verwendet im Bildschirm elektronisches Papier (Marke: E-Ink), das mit 800×600 Pixel beinahe eine feinere und kontrastreichere Darstellung erlaubt als z. B. die LCD-Bildschirme der Computer. Dies ist gerade für die komplizierte japanische Schrift sehr wichtig, die auf Bildschirmen im Vergleich zur Lateinschrift recht groß angezeigt werden muss, um überhaupt lesbar zu sein.
- es hat in begrenztem Rahmen Bearbeitungs- und Darstellungs-Funktionen, wie Größe einstellen, Randnotizen schreiben etc., die man von Textverarbeitungsprogrammen her gewohnt ist
- es wird vor allem mit einer massiven Werbekampagne in Zügen, dem Hauptleseort der Japaner, beworben – in ähnlicher Weise wie für den Walkman, dem Sony 25 Jahre zuvor auf diese Weise zum großen Durchbruch verhalf
Allerdings hat es noch keine Farbdarstellung und das Blättern mit Pfeiltasten gilt vielen auch nicht als so komfortabel wie das Umblättern von Papierseiten mit dem Daumen. Der Kontrast ist im Vergleich zu Papierschrift (schwarz auf weiß) auch bei weitem nicht erreicht, er entspricht eher der von Zahlen auf einem Taschenrechner mit mattgrauem Hintergrund. Im Vergleich zu einem aufgeschlagenen Buch ist das Netto-Lesedisplay relativ klein; abzüglich des Displays und der Tastatur bleiben etwa 20 % Gehäuserand-Abstände, die bei einem echtem Buch kaum akzeptabel wären.
Proprietäre E-Book-Lesegeräte sind 2005 fast vom Markt verschwunden.
2006 gibt es etliche Neuerscheinungen auf dem Markt, die auf speziell als eBook Reader konzipiert sind und auf elektronischem Papier der Firma E-Ink aufbauen. Insbesondere sind hier der iLiad der Firma iRex Technologies, der Sony Reader (Nachfolger des Librie) und von Jinke Electronics die Hanlin V2 und V8.
PC, Laptop oder PDA als Lesegerät
Den normalen PC, Laptop oder PDA als Lesegerät zu verwenden, hat einige Vorteile. Es muss meist nur eine E-Book-Software installiert werden, und schon ist das eigene Lesegerät in der Lage, E-Books anzuzeigen. Weitere Investitionen in zusätzliches Zubehör sind nicht notwendig.
Auf der anderen Seite sind diese Geräte meist recht unhandlich und können, abgesehen vom PDA, daher nicht überall hin mitgenommen werden. Zusätzlich sind manche PC-Bildschirme durch die Röhrentechnologie augenfeindlich und laden nicht zum langen Schmökern ein.
Alternativ zu einem PDA eignen sich auch moderne Mobiltelefone bzw. Smartphones als Lesegeräte, sie sind weit verbreitet und haben den Vorteil, die Funktionen mehrerer mobiler Einzelgeräte zu vereinen. Der Lesekomfort kann allerdings durch die Bildschirmgröße eingeschränkt sein, auch können teilweise nicht alle gängigen E-Book-Formate gelesen werden. Für manche Geräte existiert nur Software zum Anzeigen von unformatierten Textdateien als Midlet.
via: wikipedia.de